Normandie 2010 | Tag 8
Tag 8 | Die Bunker-Anlagen von Azeville
Vor allem Ste-Mère-Eglise mit seiner weltbekannten Kirche, auf welcher ein toter Fallschirmjäger gelandet ist und das daneben stehende Airborne Museum wollten wir an diesem Tag besichtigen. So begann unsere Reise auch damit, den Ort in das Navigationsgerät einzutragen und dem entsprechenden Strassenverlauf zu folgen. Schon bald erblickten wir den Kirchturm und den noch immer darüber gespannten Fallschirm – das Wahrzeichen von Ste-Mère-Eglise. Es ist erstaunlich, wie ähnlich die Kirchen in Frankreich aussehen, wenn man sich aus der Schweiz gewohnt ist, dass jede Kirche komplett anders aussieht. Dennoch wollte die berühmte Kirche von innen und aussen bestaunt werden. Innen schien die Kirche nichts besonders umwerfendes zu sein, lediglich die Tatsache, dass auf dem Dach ein Fallschirm und ein US-Soldat (in Puppen-Form) hängt, unterscheidete den Besuch dieser Kirche von einem in jeder anderen Kirche.
Gleich nebenan lag das Airborne-Museum, welches mit zahlreichen Original-Gegenständen und -Uniformen aufwartete. Es stelle sich als äusserst interessant heraus, die Utensilien zu betrachten, welche im zweiten Weltkrieg zum Teil über Leben und Tod entscheiden konnten. Von der Zigaretten-Schachtel bis hin zum Skalpel konnte man so einiges entdecken. Im Freien und in einer grossen Halle war es ausserdem möglich, Flug- und Fahrzeuge der Fallschirmjäger unter die Lupe zu nehmen um sich einen Eindruck zu verschaffen, mit wie wenig Komfort die Soldaten in der Zeit auskommen mussten.
Unterdessen setzte der Regen wieder ein und so machten wir uns an die Verfolgung der blauen Löcher im Himmel und folgten dem schönen Wetter in Richtung Azeville, wo eine weitere Bunker-Anlage versteckt sein sollte. Wir wussten nicht so richtig, was uns an diesem Ort erwartete, entschlossen uns aber für eine Führung mittels Audio-Guide, welche sich im Nachhinein als äusserst lohnenswert heraus stellte. Durch einen Telefon-Höhrer (so sah es zumindest es aus und fühlte es sich an), wurden uns sehr interessantes Hintergrundwissen über diese und Bunkeranlagen im Allgemeinen vermittelt. Sehr eindrücklich zum Beispiel die Informatione, dass die Bunker von den Deutschen Truppen so bemalt wurden, dass Sie von Spähern der Alliierten Truppen nicht als solche erkannt und danach angegriffen und zerstört werden konnten und viel eher an altertümliche Burgruinen oder alte normannische Häuser erinnern sollten. Auf dem Foto weiter unten rechts erkannt man die Wandmalerei noch recht gut, welche erfolgreich rekonstruiert werden konnte. Am linken Bunkerrand kann man erkennen, dass der Nachthimmel, der durch einen nebligen Wald schimmert, simuliert werden sollte.
In unserem Stellplatz-Führer hatten wir einigermassen in der Nähe von unserem aktuellen Standort einen Stellplatz mit Meersicht gefunden, welchen wir sogleich auch ansteuerten. Das Örtchen St-Vaast-la-Hougue (wie kommt man eigentlich auf solche Ortsnamen?) war schnell erreicht und lag tatsächlich am Meer. Der “Aire du camping-car” war ebenfalls nahe am Wasser gebaut, die Meersicht wurde durch einen Zaun (dessen Nutzen unergründlich war) aber erfolgreich verhindert. Schade, trotzdem aber gaben wir uns mit dem Plätzchen zufrieden und richteten uns erstmal ein. Für einmal musste die Gebühr weder an einer Schranke noch per Automat bezahlt werden. Am Willkommens-Schild war lediglich eine Notiz befestigt, auf welcher es hiess, dass im Verlaufe des Abends wohl irgend jemand vorbei kommen würde, um die Gebühren einzutreiben. Nach einem kurzen Spaziergang zum Meer und erneut einsetzenden Regenschauern war es dann tatsächlich so weit. Ein Pick-Up fuhr vor und klopfte sich von Tür zu Tür um überall den geschuldeten Bazen abzuholen..
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