Normandie 2010 | Tag 7
Gepostet von Tetrikus am 21.08.2010 in Wühlkiste | Keine Kommentare
Tag 7 | Der Weltkrieg am Utah Beach
Das Übernachten auf dem Camping-Platz hat uns zugesagt. Vor allem die Tatsache, dass man die Möglichkeit hat, den Platz mit dem Wohnmobil zu verlassen und später wieder einzunehmen erwies sich sehr praktisch. Auf Stellplätzen empfiehlt es sich, früh genug – nämlich um die Mittagszeit – am Stellplatz zu sein, damit noch ein Platz verfügbar ist. Auf dem Camping-Platz kann man gut und gerne aber auch mal bis in den Abend unterwegs sein und muss keine Angst haben, keinen Platz mehr zu finden. So war die Chance durchaus in Takt, dass wir auch am heutigen Tag auf einem Camping-Platz landen würden, wir liessen uns aber vorerst von unserer heutigen Route überraschen. Der Besuch in Vierville-sur-Mer wurde mangels Sehenswürdigkeit recht kurz gehalten. Der Fischmarkt wurde bereits abgebaut, die entsprechenden Gerüche lagen aber noch weit um das Hafenbecken herum in der Luft. Das könnte ebenfalls ein Grund gewesen sein, warum wir bald wieder das Weite suchten und weiter in Richtung “Pointe du Hoc” fuhren. Wir wussten bis zur Ankunft nicht so richtig, was uns an diesem Ort erwartet, irgendwas musste da aber sein, da dieser Punkt auf jeder Karte der Umgebung eingezeichnet war und wir schon früh Schilder entdeckten, die uns dahin führten. Dort angekommen und geparkt stellten wir rasch fest, dass es sich hier um einen Ort handelt, der im Weltkrieg mit Bombenangriffen überhäuft wurde. Von der ursprünglichen Bunkeranlage war nicht mehr all zuviel zu erkennen und die gesamte Ebene ist von Bombenkratern übersäht. Selbst nach Jahrzehnten sind die massiven Auswirkungen sichtbar. Die Krater sind zwar inzwischen mit Gras und Pflanzen überwachsen, die Vertiefungen und Hügel stimmen einen aber erneut nachdenklich. Einmal mehr sind wir an einem schönen Ort direkt am Meer angelangt und mussten feststellen, welch zerstörerische Wirkung der Mensch auf die Erde haben kann. Nach dem ungeführten Rundgang durch das Bunkergelände, das unterdessen zum Opfer des Massentourismus geworden ist, machten wir uns auf den weiteren Weg – das nächste Ziel hiess Isigny-sur-Mer, erneut waren wir aber leicht enttäuscht. Erwartet hatten wir ein schönes, gemütliches Städtchen, vielleicht sogar mit einem französischen Markt. Vorgefunden haben wir aber lediglich ein Ort, wie es auch jeder andere hätte sein können. Trotzdem genehmigten wir uns in Isigny-sur-Mer unser Mittagessen, bevor wir für einen Kaffee und einen Dessert in den nächsten McDonalds sassen und für eine knappe Stunde das Internet heiss laufen liessen. Zwar haben wir seit einigen Tagen die Möglichkeit, das mobile Internet an jedem Ort zu nutzen, so richtig funktioniert hat die Geschichte bisher aber nur in Le Havre. An der Küste am Rande des Landes wurde zwar ebenfalls eine Verbindung hergestellt, die Geschwindigkeit erinnerte aber an vergangene Zeiten mit 56k-Modem.
Ein mitgebrachter Flyer erinnerte uns daran, dass ganz in er Nähe, in Sainte-Marie-du-Mont ein weiteres Museum zum D-Day lag, welches wir als nächstes aufsuchten. Der Besucherandrang hielt sich stark in Grenzen und der Besuch war recht angenehm. Im Museum wird diverse Original-Ausrüstung gezeigt und vorgestellt. Fahrzeuge sind zum teil begehbar und an einem Modell werden die Schachzüge des Krieges gezeigt und in verschiedenen Sprachen erklärt. Zum Abschluss des Besuchs warteten wir auf die deutsche Aufführung eines Film-Beitrages mit originalen Aufnahmen aus dem Krieg und einer dazu gesprochenen Dokumentation über die verschiedenen Schlüsselmomente des Krieges am Utah Beach.
Für den heutigen Tag mussten diese Besuch reichen, was kulturelle Themen betraf und so machten wir uns nordwärts der Küste entlang auf den Weg zur nächsten Übernachtungsmöglichkeit. Die haben wir auch gefunden und tatsächlich sollte es erneut ein Camping-Platz werden. Vom Spezial-Angebot für Ankunft ab 18.00 Uhr und Abfahrt bis 10.00 Uhr konnten wir nur profitieren, wenn wir noch eine gute Stunde auf dem Parkplatz warteten. Da die Minderkosten nicht wenig waren, nahmen wir das gerne in Kauf und besuchten nachher erneut die Rezeption. Ab sofort durften wir unseren Stellplatz beziehen und von den sanitären Anlagen profitieren. Selbst eine Dusche, in der man sich ohne Weiteres auch mal drehen und wenden kann, bekommt in Ferien mit dem Wohnmobil einen Luxus-Charakter. Und man stelle sich vor, zum Abendessen gab es eine frisch gebackene, feine, französische Pizza – ein herrlicher Tag, der durch die kommende Nacht besiegelt wurde..
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