Schärfentiefe – kurz und knackig
Lange habe ich mir nicht merken können, wie sich die Blendenzahl denn nun schon wieder auf die Schärfentiefe (Beim Begriff Tiefenschärfe handelt es sich umgangssprachlich übrigens um ein Synonym.) auswirkt. Auf vielen Websites kann man sich in das Thema Schärfentiefe einlesen. Im grössten Teil dieser Seiten wird man als Hobby-Fotograf aber mehr verwirrt als dass man eine schnelle, kurze und vorallem verständliche Erklärung dafür kriegt, wie sich die Einstellung der Blende auf die Schärfe auswirkt. Wikipedia in allen Ehren, aber diese Fachwort-Jongliererei bringt doch keinem wirklich was. Deshalb möchte ich es hier besser machen und im Rahmen meines Blogs eine kurze und knackige Erklärung liefern, wie sich unterschiedliche Blenden auf das Ergebnis am Bildschirm auswirken.
Als erstes der stark vereinfachte Grundsatz:
Je höher die Blendenzahl, desto schärfer das Bild.
Bedeutet also, dass bei der Verwendung einer hohen Blendenzahl der Schärfebereich grösser wird, somit wird sowohl der Vorder- wie auch der Hintergrund scharf dargestellt. Natürlich verändert sich aber durch die Blendenzahl nicht nur die Schärfe. In erster Linie verringert man durch die Erhöhung der Blendenzahl nämlich den Einfall von Licht auf den Sensor. Je grösser die Blendenzahl, desto weniger Licht fällt auf den Sensor. Dementsprechend folgt daraus, dass für eine Aufnahme bei gleichbleibendem Umgebungslicht mehr Belichtungszeit nötig ist, um ein ähnlich helles Bild zu erhalten, wie wenn man das selbe Motiv bei geöffneter Blende (also kleiner Blendenzahl) fotografiert.
Bilder sagen mehr als die vorangegangenen 212 Worte, deshalb hier zwei Beispiele, die diese Worte veranschaulichen:
Blende F5,6 |
Blende F32 |
Damit beide Fotos die gleiche Helligkeit erhalten haben, war für das erste Bild eine Belichtungszeit von 1/8 Sekunde nötig, für das zweite hingegen dauerte die Belichtung 4 Sekunden (beides bei ISO 125). Klar zu erkennen ist der Unterschied der Schärfentiefe. Während im ersten Bild die Orangen schon unscharf werden (geschweige denn die Streifen im Hintergrund), bleibt beim zweiten Bild der gesamte Bildanteil scharf. Noch etwas deutlicher wird dieser Effekt sichtbar, wenn man sich die 100%-Crops der beiden Bilder ansieht:
100% Crop: Blende F5,6 |
100% Crop: Blende F32 |
Somit ergibt sich zu diesem Thema die folgende Schlussfolgerung, die man sich zudem auch noch einigermassen merken kann:
- Kleine Blendenzahl = Kleiner Schärfebereich = Unscharfer Hintergrund = Kurze Belichtungszeit
- Grosse Blendenzahl = Grosser Schärfebereich = Scharfer Hintergrund = Lange Belichtungszeit
Ich hoffe, mit dieser kurzen Anleitung ein paar Unklarheiten aus der Welt geschafft und dem einen oder anderen den Grundsatz soweit näher gebracht zu haben, dass er ihn ab sofort im Kopf mit sich mit tragen kann. Bleibt mir somit nur noch viel Spass beim Ausprobieren zu wünschen! Sieh dir doch auch den Nachfolgebeitrag zum Thema ISO-Wert – Kurz und knackig an.









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