Totalausfall gibts auch beim Mac!

Wie schnell kann es doch gehen. Da ist man drei Tage unterwegs und kaum kommt man wieder zuhause an, stellt man fest, dass während der kurzen Abwesenheit so einiges geschehen ist, was nicht unbedingt hätte passieren müssen..

Drei Tage in Wien. Eine schöne Stadt, tolles Wetter und ein erfolgreicher Geschäftstermin. Froh wieder zu Hause angekommen und nach dem WM-Final erstmal den Mac PRO wieder aus dem Standby geweckt. Ich hatte den (eigentlich recht nervigen) Startton des Mac schon fast ein bisschen vermisst. Kurz darauf verschwand der angebissene Apfel vom Bildschirm und zu sehen bekam nich nur noch etwas:

Mac: VerbotsschildHoppla, was hat das zu bedeuten? Irgendwie geht gar nichts mehr. Okay, Startschwierigkeiten, der Mac hatte mich wohl auch vermisst und ist mir jetzt böse, dass ich so lange weg war, ohne auch nur ein Wort zu sagen. Nach liebevollem Hardreset (was eigentlich schon ein Wiederspruch in sich ist), hatte ich Hoffnung, dass der Rechner wieder wie gewohnt startet und wie eine Katze (oder eben ein Schneeleopard) schnurrt. Aber nichts da. Erneut bekam ich einzig das Verbotsschild geboten. Es war schon spät Abends, also habe ich vorerst, ohne mir gross Gedanken zu machen, aufgegeben und habe mich der wohlverdienten Nacht gewidmet. Am nächsten Morgen wurde dann erneut mal eben geprüft, wie es aussieht. Resultat: Immer noch exakt gleich. Der Arbeitstag war aber nunmal angebrochen, also hatte ich keine Zeit, mich intensiv mit dem Problem auseinanderzusetzen. Aber die Mittagspause kam schneller als üblich und ich konnte den einen oder anderen Versuch starten. Anscheinend hatte sich auch noch die Bluetooth-Tastatur abgemeldet, also hatte ich nichtmal Möglichkeiten, die alternativen Start-Methoden von Snow Leopard auszuprobieren. Also wieder warten, im Büro die alte Mac-Tastatur mitgenommen, eingesteckt und die ganzen Tastenkombinationen ausprobiert: Gedrückte Shift-Taste beim Starten / Gedrückte Leer-Taste beim Starten / Gedrückte Befehl-, Alt-, P- und R-Taste beim Starten / Gedrückte X-Taste beim Starten /.. Bei jeder dieser Versuche blieb der Erfolg aus. Irgendwann hatte ich es dann auch hingekriegt, die DVD-Schublade zu öffnen, die SL-DVD einzulegen und mit gedrückter C-Taste von der DVD zu starten und das Festplattendienstprogramm auszuführen. Da wurde mir relativ schnell klar, das eine der vier Festplatten, die zu einem RAID0-Verbund gehören, wohl schlicht und einfach ausgestiegen ist. Es wurde an dessen Stelle nur noch eine leeres Medium mit 0kb Speicherplatz dargestellt.

Und hier war der Moment, als mir wieder einfiel, wie Freunde, Bekannte und die Medien von einem tobenden Gewitter in der Gegend gesprochen hatten. Wurde meine Festplatte Opfer eines Blitzschlages?! Im Verlauf des Abends habe ich bemerkt, dass auch zwei Netzteile verschiedener externer Festplatten nicht mehr funktionsfähig war, also gehe ich unterdessen schwer von einem Defekt durch Blitzschlag aus. Nur, was bringt mir diese Erkenntnis? Genau, rein gar nichts! Die Daten sind nämlich futsch! Zusätzlich ganz leicht ärgerlich ist die Tatsache, dass Time Machine im April aufgehört hat, Backups zu machen, da die externe Festplatte dafür zu klein wurde. Die ganzen Monate habe ich mir immer wieder in den Sinn gerufen, dass ich mal noch eine neue Disk besorgen müsste. Das scheiterte daran, dass ich micht nicht entscheiden konnte, für welchen Hersteller und welchen Typ ich mich entscheiden sollte. Klingt nach Ausrede, ist aber so. Nunja, zurück zum eigentlichen Daten-Problem.

Von Amateurhaften Rettungsversuchen liess ich gleich von Anfang an die Finger, stattdessen habe ich mich über ein paar Datenretter informiert und diese in den kommenden Tagen auch angerufen. Anbieter Nummer 1 kommt sehr professionell daher – nicht zuletzt wegen der Preise. Für die Datenrettung eines RAID-Verbundes mit vier Festplatten müsste ich mit stolzen CHF 8000.00 rechnen. Anbieter Nummer 2 macht kostenlose Analysen, die Rettung ansich fällt mit ca. CHF 1000.00 bis CHF 1200.00 zu buche, der Telefon-Kontakt fühlte sich aber dermassen laienhaft an, dass Anbieter 2 auch gleich wieder von der Liste potentieller Dienstleister gestrichen wurde. Bei Anbieter 3 wurde es interessant: Geringe Kosten für die Analyse (CHF 300.00 pauschal) und die Rettung soll nachher – falls ich mich dafür entscheide – zwischen CHF 800.00 und CHF 1400.00 kosten. Lediglich die veranschlagte Zeit bereitet mir noch etwas Bedanken, denn 2-3 Wochen soll es schon dauern. Nichts desto trotz werde ich wohl erstmal eine Analyse erstellen lassen und mich dann entscheiden, ob mir die Daten des vergangenen Quartals das wert ist.

Learnings

Selbstverständlich habe ich auch mal wieder etwas dabei gelernt. Gleich am Abend danach wurden die vier Festplatten des MacPRO ersetzt. 4x 1TB wurde zu einem RAID10, also der Kombination zwischen Performance-Optimierung und Sicherheit verschachtelt und zusätzlich sind ab sofort 2x 2TB (als Raid0) für die Time Machine-Sicherung verfügbar. Die externe Auslagerungs-Festplatte erhält ein Geschwister, das die RAID1-Funktion übernimmt und die Inhalte spiegelt, somit kann von mir aus auch mal eine externe Festplatte ausfallen. Für die weiteren Rechner steht zusätzlich ab sofort eine 2TB Time Capsule bereit und kümmert sich ohne Kabel und ohne komplizierte Konfiguration um die automatische, stündliche Datensicherung. Klingt vielleicht etwas übertrieben, aber ich möchte wirklich nicht, dass mir nochmals jemals so ein Fauxpas passiert. Wogegen ich jetzt noch nicht “versichert” bin sind Wasser- und Brandschäden, ich würde aber mal behaupten, dass das Risiko, dass ich dabei eingehe verschwinden klein ist. Zumindest was technische Defekte an geht, müsste ich mit dieser Lösung nun auf der sicheren Seite sein.

Was mit den 4 Festplatten passiert, die zum ursprünglichen Raid0-Verbund gehören ist zu diesem Zeitpunkt nicht final geklärt, sollte es aber jemanden interessieren, werde ich hier gerne auf dem Laufenden halten – das tu\’ ich vermutlich aber auch, wenn es denn doch niemand interessieren sollte..